bauhaus | documenta VISION UND MARKE Sonderausstellung Neues Museum Kassel

Sonderausstellung, Wettbewerb, 2. Rang

Wie offen ist der Prozess des Bedeutungswandels der Marken Bauhaus und documenta?
Mit einer Installation aus Leuchtbuchstaben, Spiegelflächen und den Original-Schriftzügen von Bauhaus und documenta stellen wir der Ausstellung ein provokatives Intro voran, das die heutigen Marken Bauhaus und documenta mit einer beliebigen Markenwelt gleichsetzt. Die Leuchtbuchstaben knüpfen einen ästhetischen Bezug zur Werbewelt sowie zur Postmoderne, den genannten Orten von Bedeutungswandel; wo „Form“ und „Inhalt“ nur noch eine lose Verbindung besitzen. Im Laufe des Ausstellungsrundgangs sollen die Besucher für sich prüfen, wie fluide ihnen die Marken Bauhaus und documenta erscheinen, d.h. ob sie beliebig veränderbar sind, oder es doch eine stabile „Essenz“ der ursprünglichen Visionen gibt.

Wir verleihen der komplexen Fragestellung zum Thema „Vision und Marke“ die Gestalt eines zu einem Unendlich-Zeichen geschlungenen Möbiusbandes, das sich als große Rauminstallation durch die gesamte Ausstellung zieht. Die besondere Form verweist sowohl auf das ineinander übergehen der beiden Bedeutungsebenen als auch auf das Fortlaufen eines unabgeschlossenen Prozesses.

Das geschwungene Band dient als Träger der kuratorischen Auseinandersetzung mit der Entwicklung von Anspruch und Realität der beiden Marken Bauhaus und Documenta. Seine spannungsvolle Form, welche die Ausstellungsräume dynamisch strukturiert, steht für die sehr spezifische Durchdringung des Themas. Das Band leitet die Besucher durch den Ausstellungsparcour und bietet an verschiedenen Stellen räumliche Trennungen, Durchblicke, optische Reflektionen durch Spiegelflächen und Projektionen.

Die Exponate zu Bauhaus und documenta werden auf Podesten und Pulten freistehend im Raum bzw. an den an den Wänden präsentiert. Der White Cube als klassische Umgebung für die Objekte bildet einen neutralen Gegensatz zur starken Inszenierung des kuratorisch besetzten Bandes.

ORT  Neues Museum, Kassel
AUFTRAGGEBER  documenta archiv / Universität Kassel
KURATOREN  Philipp Oswalt, Daniel Tyradellis
VERFASSER  ramićsoenario Ausstellungsgestaltung
MITARBEIT  Susanne Quehenberger, Janine Aschenbrenner, Antoine Beaudoin